Mario

Livia

2010 bereisten wir gemeinsam zum ersten Mal 3 Monate Südafrika, Namibia und Botswana - ganz herkömmlich: Anreise mit dem Flugzeug, Rundreise mit dem Mietauto. Es folgte eine weitere kleine Reise in den Ferien nach Südafrika und Swasiland. Doch es war schnell klar: das ist uns zu wenig.

Wir wollen mehr! Wir wollen Afrika und die Welt sehen, einen anderen Alltag erleben und das richtig, d.h. viel Zeit haben für intensiveren Erlebnisse. Das Auto erschien uns nicht mehr als das geeignete Transportmittel - wir wollten näher dran sein, Menschen und Natur direkt begegnen, eigene Grenzen erfahren.

Nun fing es an, in unseren Köpfen zu arbeiten. Ideen entstanden, wurden diskutiert und wieder verworfen, diverse Möglichkeiten durchdacht und besprochen, bis wir uns schliesslich auf folgenden Plan einigten: Wir reisen per Fahrrad nach Kapstadt.
Abgesehen von kürzeren Alltagsstrecken sind wir davor kaum Fahrrad gefahren. Doch wir wollten das Abenteuer wagen. Wir behielten uns offen, auch mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Reisen oder uns sonstige Arten der Fortbewegung zu suchen, sollte es uns mit dem Rad nicht gefallen. Extra trainiert haben wir für die Reise nicht. Wir vertrauten darauf, dass die Fitness dann mit der Zeit wie von selbst kommt. :)

Nach einer längeren Planungs- und Organisationsphase war es am 7.4.2015 so weit: von Balzers radelten wir nach Spanien und dann der Westküste Afrikas entlang immer Richtung Kapstadt.

Es war eine wunderbare Reise. Wir bereuen unsere Entscheidung überhaupt nicht. Es dauerte etwas, bis wir uns ans Veloreiseleben gewöhnt hatten. Doch mit der Zeit (und einigen Exkursionen mit dem Mietauto) war klar, das ist das Richtige für uns. Mit dem Fahrrad haben wir genau die richtige Reisegeschwindigkeit. Wir sind felxibel, können uns selbst fortbewegen und einfach auf Bus oder Zug umsteigen, wenn uns danach ist. Das Reisen mit dem Fahrrad ist intensiv und anstrengend aber vor allem befreiend und wunderschön. Noch während der Reise war klar, dass es nicht unsere letzte sein wird.

So kommt es, dass wir im März 2020 wieder losziehen wollen: von daheim Richtung Osten, durch den Balkan nach Georgien und weiter wohin uns unsere Räder tragen... und dann kam Covid-19. Wir bleiben also erstmal zu Hause. Im Juli 2020 wagen wir den Start dann doch - mit angepasster Route und dem Bewusstsein, dass Flexibilität und Rücksicht nun noch viel wichtiger geworden sind. Wir fahren Richtung Norden und lassen uns überraschen, wo uns unser Weg (und Corona :)) noch hinführen wird. 

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